Die Hirngeschichte hat mich nicht losgelassen und ich erinnere mich, dass mal jemand gesagt hat, dass die Berufsgattung "Fotograf" nicht gerade mit geistigen Überfliegern glänzt. Und dann ist mir Erwin Blumenfeld in den Sinn gekommen, seines Zeichens ebenfalls Fotograf. Geboren 1897 in Berlin, 1923 Wegzug nach Amsterdam, 1941 Auswanderung nach New York, wo er einer der bestbezahlten Modefotografen seiner Zeit wird. 1955 beginnt er seine Autobiographie zu schreiben, an der er bis kurz vor seinem Tod 1969 arbeitet. Und diese Autobiographie empfehle ich allen!
Schon nur der Titel: "Einbildungsroman" (könnte auch als "Ein Bildungsroman" gelesen werden).
Und dann Sätze wie (über seine Geburt): "...betrat ich, à la recherche de l'absolu, de l'absolution, die GELTUNGSBEDÜRFNISANSTALT WELT (man wird ersucht, die Kleider vorm Verlassen der Anstalt zu ordnen!) ....
oder: Die Perversität von gestern ist die Norm von heute.
und: Wer zuletzt lacht, lacht am besten (aber die wenigsten lachen zu guter Letzt).
über Kunst: Verwundert entdeckte ich, wie jeder Unsinn für einen, der es nicht zu genau nimmt, Tiefsinn wird.
Und so geht es weiter und weiter....mir wurde zum Teil fast schwindlig bei der Lektüre. Aber es lohnt sich...und gibt mir die Hoffnung, dass auch für mich als Fotografen hirnmässig noch nicht alles verloren ist:-))
Neu!
vor 14 Jahren

Besonders der Satz über die Kunst find ich gut.Auch wer zuletzt lacht ist nicht schlecht.
AntwortenLöschenWichtig ist doch das man immer das beste daraus macht oder?
Die Autobio musst du mal mitnehmen! Gell :-)
Schöner hoffentlich nicht allzu hirnlastiger Tag!
@Andy: Ich nehm die Autobio am Donnerstag mit...wenn Du Lust hast, kannst Du sie über Ostern lesen.
AntwortenLöschenWünsche Dir auch einen schönen Tag.
Auch ich habe schon Ausschnitte aus seiner Autobiographie gelesen und fand sie sehr lesenswert. Und mach Dir keine Sorgen um Dein Gehirn :), mein "Röngtenblick" sagt, es ist reichlich Hirn und Herz vorhanden :). Eine perfekte Mischung!
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